Der Ukrainische Bibliotheksverband (UBA) ist ein unabhängiger ukraineweit tätiger Verein, der Personen aus dem Bibliothekswesen sowie aus den Bereichen Bibliografie und Information und alle an der Entwicklung des Bibliothekswesens in der Ukraine Interessierten auf freiwilliger Basis vereint. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind mehr als 3500 natürliche und 160 juristische Personen Mitglied in dem Verein. Während früher ausschließlich Bibliotheken als juristische Mitglieder dem Verein angehörten, haben sich der UBA seit 2010 auch andere Organisationen angeschlossen, so das Verlegerforum Lwiw, der Verlag Grani-T, die Firma Elektronische Archive der Ukraine, das Staatsunternehmen Sammit-Knyha, die GmbH Firma Periodika, die Abonnementagentur Sammit, das Projekt Kassiopeia – Gestirn der ukrainischen Bücher, die Messefirma Medvin sowie die Buchhandelskette Dzherela M.

 

Seit vielen Jahren schon verbindet den Ukrainischen Bibliotheksverband eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Verlegerforum Lwiw, das Ergebnis sind etliche erfolgreiche Projekte und Aktionen zur Förderung von Büchern, des Lesens und der Bibliotheken. So beteiligt sich der UBA aktiv an dem Wettbewerb „Bester Leser der Ukraine“, an der Internationalen Konferenz zu Kinderliteratur und Lesen, am Internationalen Kinderfestival Lwiw und an der gemeinnützigen Aktion „Jedem Kind ein geschenktes Buch“. Der Verband hat den Kinderbuchpreis Lewenja mit ins Leben gerufen, UBA-Vertreter sitzen in der Jury für den Preis „Bestes Buch des Verlegerforums“ und vergeben eine eigene Auszeichnung.

 

2010 wurde als Bestandteil des Verlegerforums Lwiw das jährliche Bibliotheksforum Lwiw gegründet, das vom Fachpublikum bereits zahlreiche positive Rückmeldungen für seine intensive inhaltliche Arbeit und sein originelles Format erhalten hat. Eine Stärke des Bibliotheksforums sind seine vielfältigen Fachforen, und so ist es dem Forum gelungen, alle beteiligten Seiten zu involvieren: Bibliothekare und Nutzer, Wissenschaftler und Mitarbeiter im Bildungsbereich, Verleger und Informationsanbieter, Regierungs- und Firmenvertreter. Die Teilnehmer der Veranstaltungen tauschten sich über die Richtungen der soziokulturellen Tätigkeit und Öffentlichkeitsarbeit der modernen Bibliothek, über inhaltliche und technologische Aspekte von Neuerungen in Bibliotheken sowie über die Einführung neuer Informationsdienstleistungen in Bibliotheken aus.

 

Die Verbreitung von Büchern und die Leseförderung waren die Schlüsselthemen in einem Rundtischgespräch von Bibliothekaren, Verlegern und Buchhändlern, an dem Olexandra Koval, die Präsidentin des Verlegerforums Lwiw, Olexandr Afonin, der Präsident des Ukrainischen Verbandes der Verleger und Buchhändler, die Geschäftsführerin des Ukrainischen Bibliotheksverbandes, Jaroslawa Soschynska, Emilija Ogar, Professorin an der Ukrainischen Akademie für Druckereiwesen, und Wlada Prokajewa, Vorsitzende der gemeinnützigen Stiftung „Begabte Kinder – die Zukunft der Ukraine“ teilnahmen.

 

Im Rahmen des Sonderprogramms „Bibliotheksverbünde: Eine Partnerschaft für Entwicklung“ trafen sich der Präsident des Polnischen Bibliotheksverbandes, Jan Krajewski, die Generalsekretärin der Ungarischen Vereinigung der Bibliothekare, Anikó Nagy, Bibliotheksmitarbeiter, Mitarbeiter der staatlichen Verwaltung und örtlicher Selbstverwaltungsorgane und aktive Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen der Ukraine, Polens und Ungarns. Auf lebhaftes Interesse stießen ein Seminar, in dem es um die Technologien für die Durchführung öffentlicher Diskussionen zum Thema „Die Bibliothek als gemeinschaftliches Zentrum“ ging, Workshops zur Imageveränderung von Bibliotheken, Design, Werbung und soziale Medien und ihre Nutzungsmöglichkeiten sowie eine öffentliche Veranstaltung der Brüder Kapranow, zweier ukrainischen Schriftsteller, Verleger und Publizisten. Die Gäste des Forums beteiligten sich an der Aktion „Lies! Das Format spielt keine Rolle“ und an der Straßenaktion „Die Bibliothek wartet auf dich“.

 

Eine enge Zusammenarbeit besteht ebenfalls zwischen  dem Ukrainischen Bibliotheksverband und dem staatlichen Unternehmen Sammit-Knyha, das unter anderem die Sammelbände „Der UBA: Dokumente und Materialien, 2001-2009“ und „Der ukrainische Bibliothekstag: ein neues Format“ sowie Handreichungen mit sechs neuen Lehrmodulen für Trainer, zusammengestellt vom Zentralen Weiterbildungszentrum der UBA mit Unterstützung des Programmes „Bibliobrücke“, herausgeben hat. Sammit-Knyha verfügt über ausgezeichnete Redakteure und Setzer, die hohe Druckqualität der Ausgaben ist positiv hervorzuheben.

 

Mehrfach stellte Sammit-Knyha dem UBA einen Teil seiner bezahlten Ausstellungsfläche und Messeausrüstung zur Verfügung und übernahm den Transport von Ausstellungsmaterialien des Verbandes in andere ukrainische Städte, versorgte alle Gebietszentren der Ukraine kostenlos und unbürokratisch mit UBA-Plakaten für den Ukrainischen Bibliothekstag und half der UBA bei der Organisation Konferenzen und beteiligte sich an der Stiftung von Preisen.

 

Die Verantwortlichen von Sammit-Knyha und der Abonnementagentur Sammit beteiligen sich als Vortragende an Seminaren und Weiterbildungen, die der UBA organisiert, gehen auf die Wünsche der Bibliothekare und berücksichtigen sie bei der Vertragserstellung, für UBV- Mitglieder gewähren sie Preisnachlässe auf ihre Produkte und Dienstleistungen.

 

Die Verlage Grani-T, Zelenyj pes, die Buchhandelskette Dzherela M und andere Vertreter der Verlags- und Informationswirtschaft zeigen sich ebenfalls dialogbereit und an gemeinsamen Projekten mit dem UBA und ukrainischen Bibliotheken interessiert.

 

Für uns sind die Beziehungen zwischen dem Ukrainischen Bibliotheksverband und den ukrainischen Verlegern eine wirklich erfolgreiche Partnerschaft hinsichtlich der von uns gewählten Devise „Eine Partnerschaft für Entwicklung“. Und es muss noch einmal betont werden, dass die aktuellen Herausforderungen des ukrainischen Buch- und Bibliothekswesens nur von allen gemeinsam bewältigt werden können: von Verlegern und Medien, Vertretern der Regierung und der Buchkammer der Ukraine, von Bibliothekaren und Buchhändlern, privaten Firmen und gemeinnützigen Vereinen.

 

Ein besonderer Dank geht das Goethe-Institut in der Ukraine, an die Abteilung Information und Bibliothek, für die fruchtbare Zusammenarbeit und kontinuierliche Projektkooperation. Das Goethe-Institut ist für uns ein wichtiger Partner in der Umsetzung unserer Fach- und Bildungsziele.

 

Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe