Bücher sind ein Schatz. Sie bergen das Wunderbare ebenso wie Tatsachen, sie entwerfen und beschreiben, sie analysieren Welten. In den 100 Büchern, die in den vergangenen Jahren ins Ukrainische übersetzt und publiziert wurden, finden sich Werke größter Spannbreite, von Kinderbuchklassikern wie Michael Ende's "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" bis zum Klassiker juristischer Fachliteratur, dem "Völkerrecht" Matthias Herdegens.

Übersetzungsförderung und Unterstützung der Verlagsszene sind wichtige Aspekte unserer bilateralen Kulturarbeit, die vom Goethe-Institut und seinen Partnern - allen voran der Renaissance-Foundation, aber auch den beteiligten Übersetzern, Herausgebern und Verlagen - seit 2004 mit besonderem Augenmerk bedacht wurden. Das Interesse an deutscher Sprache und Kultur ist groß in der Ukraine - darüber sind wir froh, und wir fördern dieses Interesse auf vielen verschiedenen Ebenen. Das Interesse an deutscher Literatur ist groß – aber gerade in ukrainischen Übersetzungen ein vielfach ungesättigtes. In Deutschland liest man immer mehr ukrainische Literatur, davon zeugen die zahlreichen deutschen Übersetzungen junger Autoren. Durch das "Sonderprogramm Übersetzungsförderung", finanziert mit Mitteln des Auswärtigen Amtes und der Renaissance-Foundation, ist es uns umgekehrt gelungen, eine Vielzahl deutscher Publikationen einer ukrainischen Leserschaft näher zu bringen.

Die Motivationen, zu einem der hier versammelten 100 Bücher zu greifen, sind unterschiedlich - genau wie die Motive, sich mit Deutschland, seinen Denkern, seiner Literatur zu beschäftigen. Mit der jetzt vorliegenden langen Liste an Publikationen kann eine große Zahl dieser Motivationen befriedigt werden. Dabei verbindet sich hier das Interesse an deutscher Literatur und Kultur mit der Förderung der ukrainischen Sprache. Beidem wollen wir weitere Anstöße liefern und damit einen wichtigen Beitrag für die deutsch-ukrainischen Beziehungen leisten.

Ich wünsche den 100 Büchern eine große und interessierte Leserschaft, ich wünsche den Verlagen den Mut und die Neugier, weitere deutsche Titel in ihre Programme aufzunehmen - und hege also die berechtigte Hoffnung, dass den jetzt publizierten 100 Büchern noch viele weitere hundert folgen werden.


Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Ukraine