Für das Goethe-Institut ist das Buch neben den neuen Medien weltweit ein bedeutender Arbeitsschwerpunkt bei der Förderung der internationalen Zusammenarbeit und des interkulturellen Dialogs -  Ziele, die ein Goethe-Institut im Ausland nur in enger kontinuierlicher Zusammenarbeit mit den lokalen Büchermachern erreichen kann. Dazu gehören an erster Stelle die Übersetzer, die mit ihrer interkulturellen und fachlichen Kompetenz nach den richtigen angemessenen  Worten und Begriffen suchen müssen, um für den Leser analoge Bilder des deutschen Originals  in ihrer Sprache gewissermaßen entstehen zu lassen. Ein gelungener  Kulturtransfer des Übersetzers bietet den verschiedensten Lesern beste Voraussetzungen für Erkenntnis und Unterhaltung, für einen selbst bestimmten, distanzierten, möglicherweise auch empathischen Dialog  mit dem deutschen Autor und dessen Text, sei es nun in Wissenschaft, Belletristik oder in der Literatur für Kinder und Jugendliche. Insbesondere in Umbruchszeiten, wie der strukturelle ökonomische  Wandel in den neuen unabhängigen Staaten in Osteuropa, ist für die Arbeit des Goethe-Instituts die Förderung einer unabhängigen professionellen und pluralistischen Verlags- und Buchhandelslandschaft ein zentrales Anliegen,  damit letztlich das Buch seinen Weg zum Leser findet und aller ökonomischer Aufwand sich für die Beteiligten auch rechnet.

 

In der Ukraine kann das Goethe-Institut mit dem Projekt 100 deutsche Bücher eine beachtliche Bilanz ziehen. Es ist gelungen, alle Beteiligten wie die Bibliothekare, Verleger, Buchhändler, Übersetzer - ungeachtet ihrer partikularen Interessen - für das gemeinsame Suchen nach neuen und erfolgs- versprechenden Wegen an einen Tisch zu bringen. Wir verbinden damit die Hoffnung, einen Beitrag zur Stärkung der Buchkultur in der Ukraine als einem wichtigen Faktor von Partizipation und Zivilgesellschaft geleistet zu haben. Die Beiträge in der vorliegenden Broschüre veranschaulichen die Aktivitäten des Goethe-Instituts mit  zahlreichen ukrainischen Einrichtungen und Personen im Bereich der Buch- und Übersetzungsförderung, des Austausches unter Experten sowie Vernetzung mit Einrichtungen in Deutschland, aber auch untereinander und  innerhalb der Ukraine. Die verschiedenen Perspektiven geben  Einblick in die aktuelle Situation der Büchermacher in der Ukraine, mit all ihren Problemen,  aber auch mit ihren Potentialen für die Zukunft


 
Für die gute Zusammenarbeit danken wir der IRF und der Deutschen Botschaft,  ebenso dem Auswärtigen Amt für das zusätzliche Übersetzungsförderungsprogramm (2004  bis 2009) sowie  allen beteiligten Einrichtungen und Personen aus Buch- und Verlagswesen in der Ukraine.



Wir wünschen Ihnen eine spannende und interessante Woche mit dem deutschen Buch.

 

Vera Bagaliantz

Institutsleiterin

Goethe-Institut Ukraine